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... ein Bericht aus dem "Oberpfalz-Kalender 2016":

 

Die Hütte wird wieder zur Theaterkulisse

Schnaittenbacher Ensemble kehrt auf den Buchberg zurück

 

Aus dem Dunkel des nächtlichen Waldes heraus breitet ein echter Steppenadler majestätisch seine Schwingen aus und segelt über die Köpfe des Publikums. Wenig später ringt Peter Kraus als unbarmherziger Höchstbauer minutenlang mit dem Tod: Es sind ergreifende, unvergessene  Theater-Momente wie diese, die die Freilichtbühne am Buchberg so einzigartig machen.
Die beiden Szenen stammen aus der umjubelten Inszenierung der „Geierwally“, mit der der Schnaittenbacher Theaterverein 2007 und 2008 seine bislang größten Erfolge feierte. Seither ist die Buchbergbühne ein Begriff, weit über Schnaittenbachs Stadt-, ja sogar die Amberg-Sulzbacher Landkreisgrenze hinaus.

Bis zu 2400 Besucher pro Saison wollen die Inszenierungen sehen. Interessenten sind gut beraten, sich möglichst gleich zu Beginn des Vorverkaufs, traditionell am 1. Dezember,  im Internet die Karten für die neue Spielzeit auf dem Buchberg  zu sichern. Der Andrang ist riesengroß.

Immer Ende Mai/Anfang Juni spielt die Freilichtbühne dort, in der Idylle des Waldes hinter der gerade frisch renovierten Buchberghütte. geierwally-transparent

Nach einem einjährigen, baubedingten Intermezzo in Schnaittenbach, als im Rath-Anwesen gespielt werden musste, gibt es 2016 wieder Theaterabende an der Buchberghütte.
Auf den Bildern sind Szenen aus dem "baierischen Jedermann"
und der "Geierwally" zu sehen.

 

Natürlich bietet sich dieses Ambiente geradezu an für Inszenierungen wie den „baierischen Jedermann“ (2012). Doch die Buchbergler haben hier oben auch schon herzerfrischende Kinderstücke wie „Pettersson und Findus“ (2009), Literatur-Klassiker wie „Die Feuerzangenbowle“ (2013) oder Dramen wie Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ (2014) in Szene gesetzt.
Selbst ein komplettes Draculaschloss haben die Schnaittenbacher in den Wald gezaubert: Wenn die muntere Truppe um Vorsitzenden Thomas Reiß und Spielleiter Stefan Reindl von sich behauptet, ihrem Publikum „bestes Erlebnistheater hautnah“ zu bieten, dann darf man das ruhig wörtlich nehmen. Der Kern der Schauspielerriege ist schon von Anfang an dabei – seit 1992, als die Schnaittenbacher Theaterleut’ noch eine Kolping-Gruppe waren und ganz klassisch im Saal des Vitusheims gespielt haben.

 

1997 sind sie hinauf auf den Buchberg gezogen. Seit 2005 agiert die Buchbergbühne als eigener Verein, der inzwischen achtzig Mitglieder hat und 2007 mit dem Heimat- und Kulturpreis der Stadt Schnaittenbach ausgezeichnet wurde. Fünfzig Mitglieder sind aktiv auf der Bühne – im Alter zwischen vier und achtzig Jahren. Das Miteinander von Jung und Alt ist überhaupt ein Markenzeichen des Theatervereins, der von sich selbst sagt: „Unser Ensemble ist eine große Familie“ –  auch das darf man durchaus wörtlich nehmen. Besonders stolz  sind die Schnaittenbacher darauf, dadurch alle Rollen alters- und typgerecht besetzen zu können. Meist, wenn auch nicht zwangsweise, in Oberpfälzer Mundart (inzwischen sogar erweitert um zugroastes Kölsch), genauso gern dramatisch wie komödiantisch, aber ohne platte Schenkelklopfer: So kennen und lieben die Fans ihre Freilichtbühne am Buchberg.     

 

 von Heike Unger

 

Quelle: „Oberpfalz-Kalender 2016“    

© Buch- und Kunstverlag Oberpfalz,
Oberpfalz-Kalender 2016.